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Schwarzwälder Post, Mittwoch, 05. März 2008

Von Zell nach Baume-les-Dames:
Partnerstadt-Lauf: In drei Tagen fünf Marathons gelaufen

Von Barbara Wagner

Zell a. H. An drei Tagen hintereinander fünf (!) Marathons laufen - ist das möglich? 14 Langstreckenläufer um Hauptorganisator Karl Bächle haben es geschafft und können stolz auf diese Leistung sein. Die Gruppe lief von Zell in die französische Partnerstadt Baume - 213 Kilometer.
"Es war ein bombastisches Team mit einer tollen Stimmung!" Dies ist für Karl Bächle sowie Andrea Schmieder und Bärbel Buchholz vom Versorgungstrupp ausschlaggebend, dass dieser Langstreckenlauf so gut gelungen ist. Neben geübten Langläufern waren auch echte Anfänger dabei: Anita Bruder und Sabine Brucker aus Zell sind erstmals eine so weite Distanz gelaufen "und sie würden es jederzeit wieder machen", so Karl Bächle.
Gelaufen wurde über Feld- und Waldwege, aber auch auf Straßen. Die Route war im Vorfeld sorgfältig geplant worden, wobei das Orga-Team große Unterstützung von Gebhard Lehmann (Etappe Breisach - Sochaux) und René Kempf (Etappe Sochaux - Baume-les-Dames) erhielt. Die Laufstrecke führte durch hübsche Städtchen und Dörfer, wobei es die Läufer und ihr Begleitteam immer wieder überraschte, wie herzlich und nett sie überall begrüßt wurden.
Am 1. Tag ging's von Zell bis nach Breisach - über Welschensteinach, den Hühnersedel ins Brettental, über Sexau, Vörstetten und lhringen. Der sonnige Tag erleichterte den anstrengenden Lauf Die Gruppe blieb stets zusammen, "keiner setzte sich ab, keiner hat gezickt" und - keiner machte schlapp. Schön begann auch der 2. Tag, als es am Rhein-Rhône-Kanal entlang ging - obwohl die Läufer hier auf dem Damm gegen starken Wind kämpfen mussten. Der dritte Tag war hart, so Karl Bächle. Von Sochaux ab regnete und stürmte es. In der nassen Laufkleidung kostete diese Etappe sehr viel Kraft. Auftrieb gab's, als rund 20 Kilometer vor dem Ziel französische Läufer die Schwarzwälder "abholten" und das letzte Stück bis Baume-les-Dames mitliefen.
Alle hielten durch. Dies lag nicht zuletzt auch an der guten Versorgung durch den "Begleittross". Mit zwei Kleinbussen, einer fürs Gepäck der Läufer, einer für den Proviant, begleiteten Bärbel Buchholz, Andrea Schmieder und Willi Alender die Läufergruppe.
Etwa alle zehn Kilometer machten sie Halt und hießen die Läufer mit Trillerpfeifen und anderen Lärminstrumenten willkommen. Versorgt wurden alle am opulenten Sportler-Büfett: Über Getränke, Obst, deftigen lmbissen bis hin zum Blasenpflaster und Schmerzgel wurde hier angeboten, was notwendig war.
Nach insgesamt 31,5 Stunden reiner Laufzeit, wobei auch 1500 Höhenmeter überwunden wurden, kam die Läufergruppe in Baume-les-Dames an.
Hier wurden sie ganz groß empfangen. Auch Gebhard Lehmann und Zells Bürgermeister Hans-Martin Moll waren gekommen, um die überglücklichen Läufer zu beglückwünschen.
Ein gutes Essen und das warme Bett ließen alle Strapazen vergessen - und so wurden schon auf der Heimfahrt am nächsten Morgen neue Pläne geschmiedet.
"Es war ein sehr positives Erlebnis, eine tolle Erfahrung", sind sich alle einig. Neben diesem persönlichen Erleben stand aber auch ein guter Zweck im Fokus dieses Partnerschaftsstadt-Laufes: Die Organisatoren fanden große Unterstützung durch Sponsoren in der heimischen Region, so dass ein namhafter Betrag der Aktion "Laufend helfen" zugute kommt. Rudolf Mahlberg aus Baden-Baden, Initiator dieser privaten Spendenaktion, die behinderten Menschen zugute kommt, war beim Partnerschaftsstadt Lauf ebenfalls dabei.
Karl Bächle schmiedet indes schon neue Lauf-Pläne: Als nächstes will er zu einem Lauf "Rund ums Tal" einladen - mit Vesperpausen auf den heimischen Bauernhöfen.

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