Läuferimpressionen : Läufer berichten

Auf dieser Seite berichten unsere Läufer von ihren Laufimpressionen.
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15. Auflage des Montafon Arlberg Marathon am 01.07.2017

Impressionen von Helmut Horn:


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Der nervige frühe Vogel...

Impressionen von Vera Michel:

... hat heute Morgen um 5:56 Uhr unsere Anna geweckt. Alle Versuche sie noch mal zum Schlafen zu bringen, sind gescheitert. So bin ich mit ihr notgedrungen aufgestanden. Nach dem Kaffee habe ich sie auf dem Wickeltisch umgezogen und wurde von der Sonne an der Nasenspitze gekitzelt. Da kam mir eine Idee:
Ich habe Anna angezogen und in den Babyjogger gepackt. Nach fast 15 Monaten Babypause schnürte ich mir meine Laufschuhe an und um 6:49 Uhr begann ich wieder mit Laufen. Vor lauter Freude bin ich den ganzen Weg jubelnd und lachend gerannt. Ich war so stolz auf mich, dass meine Puste mir nicht ausging und ich den ganzen Weg durchhielt. Meinem Onkel Bernd werde ich die Strecke nicht verraten, sonst rennt er sie noch ab, damit ich weiß wie viele Kilometer es waren. Wahrscheinlich würde er die Hälfte der Zeit brauchen... Aber als ich um 7:23 Uhr wieder daheim ankam, war ich der glücklichste Mensch der Welt. Natürlich habe ich daheim gleich Jochen geweckt, damit er zum Bäcker geht. Schließlich war ich heute ja schon trainieren und brauche ein ordentliches zweites Frühstück;)
Mit unserer Anna gehen wir heute als Belohnung, dass sie mich so früh geweckt hat in den Zoo!
Ich hoffe, dass ich heute Nacht nicht vom Jungfrau-Marathon träume, sonst kann ich für nichts garantieren...
Einen schönen Sonntag wünsche ich euch!
Vera

PS: Ich bin nun so früh munter, dass ich eigentlich in die Frühmesse gehen könnte. Ich habe aber Angst, dass ich Wadenkrämpfe bekommen vom vielen Sitzen dort. Ich singe ein Halleluja unter der Dusche und danke für das schöne Erlebnis heute Morgen!

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24-Stunden-Benefizlauf in Uhingen - 27./28.09.2014

Impressionen von Miriam:

Dieses Jahr fand der 24-h-Lauf zum 20. Mal in Uhingen statt. An der Benefizveranstaltung nahmen 16 Teams à 10 Personen, darunter mindestens 2 Damen, teil. Auf der 632-m-Runde durch die Innenstadt (gespickt mit Kopfsteinpflasterpassagen und 90° Ecken), wurde Runde um Runde hart gekämpft. Jedes Team bestimmt die eigene Taktik, wobei meist nach einer gelaufenen Runde gewechselt wurde. Das bedeutet für jeden Läufer eine Runde Vollgas und dann je nach Einteilung eine Erholungspause von ein paar Minuten. Körperlich und mental sind diese Belastungen sehr anstrengend und die Kräfte müssen von Beginn an gut eingeteilt werden, um Ausfälle zu vermeiden.
Meine Mannschaft (Sparda-Team Rechberghausen, Mitorganisator der Veranstaltung) wollte bei diesem Jubiläum gerne den Sieg erlaufen und hatte hierfür Top-Läufer des Teams verpflichtet. Doch schon nach einigen Stunden konnten sich die Polizei Baden-Württemberg und das Getting Tough-Team absetzen, die sich bis in die Morgenstunden duellierten. Schlussendlich gelang es der Polizei durch Ausfälle im anderen Team sich kontinuierlich abzusetzen und den Sieg zu sichern. Als vormittags klar wurde, dass nach vorne und hinten für das Sparda-Team nichts mehr ging und der dritte Platz sicher war, wurde die Taktik geändert. Wir hatten gesehen, dass ich mit ein paar zusätzlich zu laufenden Runden den Gesamtsieg bei den Damen erreichen könnte.
Gesagt getan: ich wurde vom gesamten Team unterstützt und konnte mich Runde um Runde nach vorne schieben. Die Erholungspausen wurden immer kürzer und als meine Teamkollegin feststellte, dass sie möglicherweise auf den zweiten Gesamtplatz vorlaufen kann, wurden die letzten drei Stunden ein wahrer Krimi um die ersten drei Plätze bei den Damen. Die Spannung stieg von Runde zu Runde. Viele Zuschauer hatten sich um den Parcours versammelt und verfolgten das Geschehen. Nachdem meine Teamkollegin und ich die letzte Stunde zu zweit durchliefen und vom Rest der Mannschaft angefeuert wurden, konnten wir uns über den wohlverdienten Doppelsieg in der Damenwertung und den dritten Gesamtplatz freuen.
Die gesamte Veranstaltung ist super organisiert. Alleine die Rund-um-Versorgung in der Stadthalle für Läufer und Betreuer ist jede Mühe wert. Man hat sozusagen 24 Stunden lang einen Runners' Heaven, der über Brezeln, Brötchen, warme Mahlzeiten, Frühstück, Getränke wirklich alles zu bieten hat, was man braucht. Zu erwähnen ist auch das tolle Miteinander unter den einzelnen Teams und die tolle Stimmung, für die die Zuschauer (angelockt durch Volksfest, verkaufsoffenen Sonntag und bestem Wetter) und die Mannschaften sorgen.
Die 16 Teams liefen in den 24 Stunden 5.351,44 km, was einen Spendenbetrag von 13.377,85 € entsprach, der auf 18.000 € für den guten zweck aufgerundet wurde.
Gruß Miriam

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Frankfurt Marathon - 27.10.2013

Impressionen von Eugen:

11 Monate Vorbereitung und dann vom Winde verweht

Mit leichtem Frösteln erinnere ich mich noch an den Frankfurt Marathon 2012. Bei +2 Grad mit leichtem Wind standen wir wie die Pinguine eng zusammen im Startblock und haben uns gegenseitig gewärmt. Trotz „einem Lauf im Kühlschrank“ konnte ich letztes Jahr meine Bestzeit um 4:12 Min. auf 3:05:09 Std. steigern! Im Ziel gab es erst einmal jede Menge Freudentränen. Tage später bei der Nachanalyse waren meine Trainerin und ich der Meinung, dass die Trainingsleistung aufgrund der Bedingungen nicht umgesetzt werden konnte. Hätte am Ende eine 3:04:xx zu Buche gestanden, wäre der folgende Bericht nicht nötig gewesen. So aber war ich der Ansicht: ich muss noch einmal nach Frankfurt und meinen Frieden mit der Strecke finden.

Obwohl ich jeden der sechs Marathons seit Berlin 2007 (3:31:57 Std.) in Folge im Schnitt 4:28 Min. schneller gelaufen bin, war ich voller Zweifel, ob solch eine Verbesserung noch einmal möglich ist. Es sollte daher nichts dem Zufall überlassen bleiben. Zum ersten Mal in meinem Leben nahm ich 4 Wochen Urlaub am Stück. Anfang Dezember 2012 buchte ich für den kompletten September 2013 ein Appartement in St. Moritz und meldete mich in Frankfurt an. Jetzt gab es kein Zurück mehr!

Für das Frühjahr 2013 stand die Verbesserung der Grundschnelligkeit auf dem Plan, was aber gründlich daneben ging. Eine schwere Grippe und ein Muskelfaserriss in der Wade – ein Radfahrer ohne Beleuchtung wollte mich über den Haufen fahren - führten zu 7,5 Wochen Trainingsausfall. Über 600 geplante Trainingskilometer waren weg. In der Folge gingen sämtliche Aufbauwettkämpfe daneben. Erst Mitte August gelang mir wieder ein guter Halbmarathon, was mir den nötigen Schwung für das Trainingslager gab. Alles lief bestens. Auch das Wetter war gut. Am liebsten lief ich die 10 – 14 Km Strecken mit etlichen kleinen aber fiesen Anstiegen. Nach vier Wochen standen 516 Laufkilometer, 127 km mit dem Mountainbike und 3,5 Std. anstrengende Wanderungen im Trainingsbuch.

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Langsam wurde ich unruhig. Nach 8 Wochen ohne Wettkampf wollte ich unbedingt meine Form überprüfen. Wahrscheinlich nicht unbedingt vernünftig, aber es musste sein! Da ich mal in Bräunlingen den Marathon laufen möchte, wählte ich den Bräunlinger HM am 13.10. Es sollte Kraft und Tempohärte durch eine Zielzeit von 1:29 tief überprüft werden. Wie fast schon üblich war ich mal wieder recht spät am Start und musste mich daher von fast ganz hinten durchs Feld arbeiten. Nach ca. 2 km traf ich auf Miriam Köhler, wechselte ein paar Worte mit ihr und machte mich dann auf den Weg zu lockeren 1:28:52 Std. Eine Idee zu schnell.

Mittwoch und Donnerstag danach standen der letzte ruhige 30er und 20er auf dem Plan. Alles lief gut. Zu gut wie sich zeigen sollte. In der Firma und im privaten Umfeld kam ich mit kränkelnden Menschen in Kontakt. Ausgerechnet in der Tapering Woche erinnerte sich mein Körper daran. Ich bekam Halsschmerzen und von Mittwoch bis Freitag vor dem Marathon war ich ziemlich platt.

...

Es ist 8:15 Uhr am Marathonsonntag und ich habe leichte Panik, fühle mich immer noch schlecht. Nach einem Telefonat mit meiner Trainerin joggte ich zur nächsten Apotheke und kaufte ein Thermometer. Die Temperatur war etwas grenzwertig. Um 9 Uhr stand ein Startverzicht zur Disposition. Mangels Alternativen entschied meine Trainerin um 9:05 Uhr dass ich starte.

Trainerin: „30 km mit dem geplanten Schnitt schaffst Du auf jeden Fall! Danach entscheidest Du, ob es so weiter gehen kann oder das neue Ziel: eine Zeit knapp unter 3:05:09 Std. angestrebt werden sollte“.

Also schnell in die Laufklamotten geschlüpft, das Auto gepackt und zur Messe gelaufen. Die Zeit war knapp, so dass Elfriede den Kleiderbeutel abgeben musste. Im Eifer des Gefechtes vergaßen wir Fotos zu machen.

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Etwas verunsichert stand ich gegen 10:05 Uhr im Startblock bei +17 Grad und blauem Himmel. 15 Grad wärmer als im letzten Jahr. Nicht mein Wetter!

Wegen des Formel 1 Rennens in Indien, das Sebastian Vettel gewann und ihm vorzeitig zur Weltmeisterschaft verhalf, wurde der Marathon eine halbe Stunde später als üblich um 10:30 Uhr gestartet. Dies sollte vielen Läufern zum Nachteil gereichen.

Endlich ging es los! Wider Erwarten kam ich sofort in Schwung und nach 5km hatte ich meinen Rhythmus gefunden. Wir hatten eine HM Durchgangszeit von 1:29 Std. tief und 21:15 Min. für die 5 km Abschnitte geplant. Die Verunsicherung von vor dem Start war wie weggeblasen.

Nach etwa 1 Stunde verschlechterte sich das Wetter zusehends. Zuerst kam der Wind und über einen Zeitraum von etwa 40 Minuten immer wieder heftige Regenschauer, die uns kräftig durchnässten. Nur jetzt ja nicht ständig in den mit Wasser gefüllten Spurrillen laufen. Nachdem der Regen nachgelassen hatte nahm der Wind immer mehr zu. Windböen von über 50 km/h und ständig wechselnden Richtungen warfen Absperrgitter um und machten uns immer mehr zu schaffen.

Die tolle Unterstützung durch die Zuschauer und die ständig wechselnden Bedingungen ließen keine Langeweile aufkommen.

Die 5 km Zwischenzeiten blieben trotz der wechselnden Bedingungen stabil: 5 km 21:05, 10 km 21:11, 15 km 21:14, 20 km 21:10, HM 1:29:19, 25 km 21:21, 30 km 21:21, 35 km 21:19 und so weiter bis Km 37,5. Was für eine schöne Serie. Aufgrund der Umstände hatte ich das Band mit den Zwischenzeiten von ASICS im Auto gelassen. Ich wollte mich nicht dem Diktat der Uhr unterwerfen. Nur auf den Abschnitten mit heftig wechselnden Bedingungen überprüfte ich ab und zu einen 2 km oder einen Kilometer Abschnitt. Ansonsten verließ ich mich auf das beim Bahntraining angeeignete Tempogefühl.

Wir nähern uns „Downtown“. Bei Km 37,5 biegen wir auf den Opernplatz ein und laufen an einem super unterstützenden Publikum vorbei. Stimmung pur. Die Prognose zeigt auf 2:59 tief. Ich biege auf den Goetheplatz ab und bleibe fast stehen, was für heftige Windböen. Auf einer Strecke von 600m lasse ich über 40 Sekunden liegen. Bis Km 40 ändern sich die Bedingungen ständig. Auf Rückenwind folgen Windböen von der Seite und von vorne. Die Straße war nass und rutschig durch das viele Herbstlaub. Mit 2:50:40 bei Km 40 liege ich plötzlich 40 Sekunden hinter meinem Plan. Noch wäre alles möglich, wenn da nicht die Mainzer Landstraße wäre. Die 2:59 ist weg, jetzt geht es um 3:00. Ich stemme mich gegen den starken Wind und lasse doch wieder um die 40 Sekunden bis Km 41 liegen. Endlich geht es auf die Friedrich-Ebert-Anlage und mit einem 4:11er-Schnitt über die letzten 1200 m, vorbei an dem Mann mit Hammer, der mich nicht heimgesucht hat.

Der Einlauf in die Halle ist beeindruckend. Am liebsten würde ich stehen bleiben und das Farbenspiel sowie die Stimmung genießen. Das geht aber nicht! Ich muss weiter, ins Ziel! Bei 3:00:41 Std. bleibt die Uhr stehen. Stehe mit einem Fragezeichen im Gesicht im Zielraum. Wieder eine neue Bestzeit mit einer Steigerung von 4:28 Minuten gegenüber dem Vorjahr. Was für ein Tag!?

Moment mal: 4:28 Minuten? Da war doch was (siehe Anfang)! Genau: gleiche Steigerungsrate wie im Durchschnitt der letzten 6 Marathonläufe seit 2007. Ist das nicht verrückt? Sollte ich mich nun freuen oder trauern? Zuerst suchte ich meine gute Fee Elfriede und drückte sie herzlich.

Dann, wenige Minuten nach dem Zieleinlauf, als ich den Lauf noch einmal im Kopf durchging, kamen sie doch, die Tränen. Es gibt aber überhaupt keinen Grund traurig zu sein. Ich weiß, was ich an diesem Tag geleistet habe und was möglich gewesen wäre, wenn Vettel an einem anderen Sonntag seien Weltmeisterschaft endgültig gemacht hätte.

Muss ich nun 2014 wieder nach Frankfurt, um meinen Frieden mit der Strecke zu finden?

Ganz klar Nein!

Für 2014 stehen andere Ziele auf meiner Löffelliste. Unter anderem der erste Landschaftsmarathon!

Epilog
Ohne Elfriede, die sich mit dem Fahrrad und einem Rucksack voller Trinkflaschen durch Frankfurt kämpfte und mich von Km 20 bis Km 35 alle 5 Km verpflegte und mehr Stress als ich hatte, sowie meiner Schwester Heidrun, die mir seit nunmehr 8 Jahren immer wieder interessante und exakt auf mich abgestimmte Trainingspläne (für Frankfurt 1300 Laufkilometer, 150 Mountainbike Kilometer) schreibt, wäre diese Zeit nicht möglich gewesen. Vielen herzlichen Dank hierfür!

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Vom Nutzen des Sports - Offenburger Tageblatt, Montag, 17.06.2013

Impressionen von Vera Michel:

Zum Hochblauenberglauf in Müllheim: Gestern habe ich am 19. Hochblauenberglauf teilgenommen. Ich habe mit anderen Läufern der LG Brandenkopf teilgenommen, die mich als Neuling herzlich aufgenommen haben. Ich bin losgelaufen und wollte einfach nur das Ziel erreichen, egal in welcher Zeit. Es liegt mir nun am Herzen, allen Menschen, die bei dieser und ähnlichen Veranstaltungen (seien es Läufe, Radrennen etc.) am Straßenrand stehen und die Teilnehmer aller Klassen anfeuern und motivieren, Danke zu sagen. Als Teilnehmer wird man durch ein »Auf geht's«-Klatschen so motiviert, weiter zu laufen, das hätte ich nie gedacht. Danke an alle, die oftmals viel Zeit an der Strecke verbringen, um die Teilnehmer zu bejubeln. Danke an alle Kinder, die mit ihren Trompeten am Straßenrand stehen und die Hände zum Abklatschen rausstrecken.
An alle, die dem Sport bisher noch nicht so viel abgewinnen konnten: Seid motiviert und bewegt euch. Ich kann euch sagen, wenn man im Ziel ankommt, dann ist dies ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Ihr müsst nicht gleich den nächsten Lauf in Angriff nehmen, aber seid motiviert, euch zu bewegen, egal in welcher Art. Lasst das Auto stehen und fahrt mit dem Fahrrad zur Arbeit, holt das nächste Mal die Brötchen beim Bäcker zu Fuß oder mit dem Rad. Bewegt euch, denn das ist gesund für euch. Lebt nicht mit dem Motto »Sport ist Mord«. (...)
Und nun noch ein letztes Wort an alle Eltern: Bringt euren Kindern eine gesunde Portion Ehrgeiz bei und schickt sie ihn einen Turn-/FuBball-/Radverein etc. Sie sollen dabei lernen, sich durchzuboxen, ein Ziel zu erreichen, und vor allem Durchhaltevermögen beweisen. Die Kinder schaffen es auch mal, mit dem Rad oder zu Fuß irgendwo hinzukommen. sie müssen nicht immer mit dem Auto gefahren werden. Denn was sie in der Kindheit lernen, das werden sie ein Leben lang mitnehmen und eine gesunde Portion Ehrgeiz und Durchhaltevermögen werden sie alle brauchen können.
Vera Michel
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Laufen in Stuttgart mit DB - 06.03.2013

Impressionen von Uli:

Mittwoch, 06. März endlich wieder wärmer, endlich wieder so los gekommen, dass man im hellen laufen kann.... und dann nach ca. 15 min. als man so langsam den Laufrhythmus gefunden hat, plötzlich ein Hupen - ein reflexhaftes stehenbleiben und umdrehen. Was ist denn jetzt passiert? Ein Auto hat gehalten und die die Beifahrerin fragt mich freundlich, ob ich wisse wo die Arbeiterwohlfahrt wäre... Trainingsunterbrechung, ...Konnte der Dame so halbwegs weiterhelfen, zumindest bestätigen, dass Sie in der richtigen Straße ist. Also wieder los. Schritt lang ziehen, Rhythmus wieder finden, dann Ampelkreuzung am Olgaeck. Laufe auf die Kreuzung zu, um dann links Richtung Charlottenplatz abzubiegen. Wende meinen Schritt nach links und sehe aus dem rechten Augenwinkel auf der anderen Straßenseite an der roten Fußgängerampel einen Läufer stehen. Denke noch, das könnte der Dieter B. sein... nein... noch mal im laufen kurz den Kopf nach hinten gedreht. Verdammte Ähnlichkeit, nee nicht nur Ähnlichkeit, das ist Dieter B. Aber da kann man ja auch nichts machen, zudem wieder leichtes Gefälle, langer Schritt, wieder Rhythmus, weiterlaufen und plötzlich wieder ein „Stop“ gehört... wieder reflexhaftes stehenbleiben, warten, umdrehen. Dieter joggt über die mittlerweile grüne Fußgängerampel. Ich solle warten, trainiere ja eh und laufe offenbar in die Richtung, in die auch er müsse. Ob ich ihm den Weg zum Amadeus zeigen könne. So wie er ganz locker drauf los geredet hat, mit einer Selbstverständlichkeit, hätte man meinen können, dass er mich kennen würde. Was aber nicht sein kann, da ich Dieter vielleicht zweimal persönlich getroffen hatte - vor neun Jahren! Also Einbildung. Dieter dann ca. 500 m begleitet und zum Amadeus geleitet, wo er sich mit einer Sanwald-Laufgruppe getroffen hat, um diese für den Stuttgart-Lauf zu motivieren und zu trainieren. Nett geplaudert, gefachsimpelt, ein zwangloses reden und joggen... Habe mich natürlich nicht getraut zu fragen, weshalb er mir gerufen habe: einfach Läufercommunity? weil er bemerkte, dass ich mich nach ihm mehrmals umgeschaut habe und trotzdem nicht gehalten habe? Es war jedenfalls ein sehr angenehmes Gespräch mit DEM deutschen Langstreckenläufer der letzten 25 Jahre.... Die alleinige Fortsetzung meines Trainingslaufes: die nächsten 70 min. wurde immer schneller, rhythmischer, besser... war kurz mit Dieter gelaufen, Sonnenschein, Wärme, Vogelgezwitscher, 4:00er-Schnitt ohne Druck.... geil... das ganze Training nur zufrieden gewesen.... man ist wohl doch einfach Läufer und bewundert Dieter B. Mal ein etwas anderes Läufer-Highlight.
Gruß Uli
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37. LBS-Nikolauslauf in Tübingen - 09.12.2012

Impressionen von Miriam:

Dieses Jahr bin ich wirklich ganz ohne Ambitionen nach Tübingen gegangen. In letzter Zeit hatte ich kaum Zeit zum Trainieren, weil wir einen Hund bekommen haben, der ganz schön viel Zeit in Anspruch nimmt. Der Kurs in Tübingen verläuft immer hoch und runter...ganz eben ist da kaum was. Die Verhältnisse in diesem Jahr waren auch richtig schwer. Zum einen natürlich die Außentemperatur bei fast -10 °C, zudem die verschneite und oft vereiste Strecke und starker Schneefall gegen Ende...aber im Gegensatz zum letzten Jahr hatte ich echt Spaß! Die Stimmung war wie immer aber richtig toll. Den Lauf kann ich also nur empfehlen. Schade, dass es für Timo nicht wie erhofft lief, aber er meinte, er hätte seit der DM auch nicht mehr so viel gemacht...dafür hat's ja Felix echt krachen lassen.
Gruß Miriam
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Les Crêtes Vosgiennes - 33 km 1.000 Höhenmeter - 21.08.2011

Impressionen von Uli:

Route des Cretes – ein weiterer Klassiker, der auf meiner Liste einmal zu laufen steht. Vom Veranstalter „La course de la mythiqu“ bezeichnet. 33 km, trailrunning pur, 1000 HM hoch und runter, Streckenrekord bei 2h15min! Nach dem in diesem Jahr keine Bergläufe anstanden, wollte ich endlich einmal diesen Klassiker laufen, der von der benötigten Zeit einem Marathon entspricht. Auch wenn es mir keiner glaubte, ich wollte nur durchkommen, da das Profil durchweg wellig ist, was ich als einer der entweder schnelle, flache Stadtmarathons und -halbmarathons bzw. Bergläufe liebt nicht gewohnt ist.So ging es dann am Sonntag auf 1300 m unterhalb des Grand Ballons los, der Start auf einer tiefen Wiese, nach ca. 600 m links ab, eine Wiese hoch, die meinem Gefühl nach dem Schlussanstieg von Grabs oder der Moräne bei der Jungfrau alle Ehre machte. Danach in einer 4er-Gruppe wellig bergauf, bergab, und dann nach ca. 5 km der erste technisch extrem anspruchsvolle Streckenabschnitt, der uns auf dem ganz überwiegenden restlichen Teil begleiten sollte, enge Wege, gesäumt, gespickt von Steinen, und wenn keine Steine im Wege lagen, dann enge Kurven, Wurzeln und alles beständig hoch, steil hoch und vor allem steil runter. Im Ergebnis bin ich gefühlt auch mindestens 20x umgeknickt.... Eigentlich konnte man herrliche Blicke Richtung Schwarzwald, ins Münstertal etc. genießen.... aber es ging nicht, der Blick war auf den Boden geheftet, wo setzt man den Fuß am besten auf, wie kann man den Schritt halbwegs ziehen, um den französischen Laufkollegen halbwegs zu folgen. Bis ca. km 15 hatte ich noch Sichtkontakt zum Führenden und wechselte ständig zwischen Position 2 und 3.... wobei ich bergan Boden gut machte und bergab, trotz aus meiner Sicht gewagten Lauftempo bergab verlor. Kurz nach der Hälfte hatte ich eine Schwächephase, die mich auch den Treppchenplatz kostete, jedoch fing ich mich ab km 25 wieder und konnte wiederum auf engem, welligem, kurvigen, mit ständigen Steinhindernissen gespickten Weg meinen Vorsprung vor dem 5. und 6. halten. Zwischenzeitlich befürchtete ich, das Ziel überhaupt nicht mehr vernünftig zu erreichen, was ich wie eingangs erwähnt aufgrund des ungewohnten Profils durchaus nicht unerwartet gekommen wäre. So dass ich sehr zufrieden im Ziel an kam. Wobei, planmäßiger Start, Schwächephase, stabilisiert – erinnert irgendwie an Hamburg 2011, ich denk mal drüber nach. Die Zeit von 2:34 für 33 km spricht jedenfalls glaube ich für sich.... ein anstrengender Lauf, technisch das schwerste, anspruchsvollste was ich bisher erlebt habe, und auch das Profil verlangt einem alles ab und dazu landschaftlich überaus reizvoll, das drumherum mit besonderem Flair, ich kann die Veranstaltung nur empfehlen, es muss nicht immer ein Marathon sein, man kann auch so lange laufen ;-) Wobei die Strecke als Wanderung definitiv gesünder ist!
Gruß Uli
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TerraAcquaCielo WildTrail - 50 km 4.613 Höhenmeter - 07.08.2011

Impressionen von Lothar:

Habe den WildTrail am Lago Maggiore mit leichten Blessuren (durchweg blaue Fußnägel, Blase unten am Fuß, ein paar kleine Kratzer und starkem Muskelkater) überstanden.
Insgesamt waren 174 Läufer und Läuferinnen am Start, davon 95 auf der langen Strecke 50 km und über 4.613 Höhenmeter und 79 auf der kürzeren Distanz von 27 km und 2.553 Höhenmeter. Ich gehörte zu den 95 verrückten Läufern, die sich die 50 km ausgesucht haben.
Der Abend vor dem Start ließ mich schon etwas an meinem Vorhaben zweifeln, da es in Strömen regnete. Als ich mich dann morgens um 4.30 Uhr auf den Weg zum Start machte regnete es immer noch sehr stark, weshalb der Start dann auch von 6.00 Uhr auf 6.45 Uhr verschoben wurde, wobei der Regen nur leicht nachgelassen hatte.
Nach dem Startschuss ging es 2,5 km flach über matschige Feldwege durch ein kleines Flussbett, bevor es dann auf den folgenden 10 km und 1500 Höhenmeter sehr steil über grobe steinige Stufen und schmalen Gebirgswegen bergauf ging. Oben angekommen stand ein Streckenposten, der die Läufer über ein paar größere Felsbrocken leitete (Abenteuer pur). Nach kurzem flachem schwierigem Gelände ging es 7 km mit ein paar kleineren Anstiegen meist steil bergab, bevor nach einem kurzen knackigen Anstieg, eine etwas flachere 4 km lange Passage folgte. Auf den nun folgenden 14 km stand der nächste schwierige Anstieg von 1.600 Höhenmeter an. Von da an ging es steil bergab bis ich nach 50 km in 8 Std. und 7 Min. als 38. gesamt und 18. Altersklasse im Ziel war.
Mit den beiden größeren Anstiegen von 1.500 und 1.600 Höhenmeter und einigen kleineren Anstiegen zeigte mir meine Laufuhr 3.800 Höhenmeter an. Losgelaufen bin ich mit meinen roten Salomon XT Wings, von der Schuhmarke samt Farbe konnte man im Ziel nichts mehr erkennen.
Fazit: Von den bis jetzt von mir bestrittenen Wettkämpfen war dieser WildTrail mit Abstand der härteste Lauf!
Gruß Lothar
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Zugspitz Ultratrail - 101 km 5.474 Höhenmeter - 25.06.2011

Impressionen von Bernd:

101 Kilometer, 5.474 Höhenmeter, Laufzeit 16 Stunden 01 Minuten von 7:15 Uhr bis 23:16 Uhr, Rang 54 von 450 gemeldeten Teilnehmern. (AK Platz 20 von 138 Finishern) Das sind die Eckdaten meines Zugspitz - Ultratrails. Diese Zahlen alleine können aber nur unzureichend die wahren Eindrücke, Qualen aber auch euphorischen Momente wider spiegeln, wie ich diese am heutigen Tag erlebt habe.
Mit dem Song „Highway to hell“ wurden wir um 7:15 in der Früh auf die Strecke geschickt. Nachdem es die letzten Tage sehr viel geregnet hat, zeigte sich der Wettergott gnädig und belohnte uns mit sehr angenehmen trockenen Lauf-Temperaturen von ca. 10 Grad im Tal.
Die ersten 2 Kilometer ging es noch eben durch den Veranstaltungsort Grainau. Aber bereits bei der ersten Steigung wird vorne attackiert und um Positionen gekämpft als ob der Lauf schon an dieser Stelle entschieden würde. Gott sei Dank weiß man an dieser Stelle noch nicht, was alles noch auf einen zukommt.
Beim ständigen berauf- / bergab verliert man jedes Gefühl für die Geschwindigkeit. Nach ca. 3 Stunden passieren wir ein Schild mit der Aufschrift „Noch 75 km“. Was, erst ein Viertel der Distanz? Gefühlt sollte es schon wesentlich weiter sein.
Auf den nächsten 5 Kilometer warten nun 1000 Höhenmeter Anstieg auf uns – zum höchsten Punkt der Runde auf 2.200 Meter Seehöhe. Der Steig ist hochalpin. Das Wetter wird zwar immer unfreundlicher, stürmisch mit leichten Regenschauern, aber bis knapp vor dem Gipfel geht alles noch recht gut. Dann bekomme ich plötzlich Schmerzen im Fuß, ich hatte wohl den Laufschuh zu satt gebunden. Und ich habe noch keine 30 Kilometer zurück gelegt! Zum Glück bekomme ich die Sache in den Griff und die Schmerzen werden nicht noch schlimmer.
Beim anschließenden Abstieg, kann man nur ganz langsam laufen. Ein falscher Tritt könnte im hochalpinen Gelände leicht zu einem Sturz führen. Nicht auszudenken, was das hier oben bedeuten würde!
Jetzt wechseln kürzere bergauf- und bergab Passagen laufend ab, wir bleiben auf über 2000 Meter Höhe.
Ganz vorsichtig kämpfe ich mich weiter nach vorn, von Platz 107 nach der ersten Zwischenzeit auf Platz 54 zum Ende, immer darauf bedacht an den Anstiegen nicht zu überpacen.
Es folgt jetzt Gott sei Dank ein längerer Abstieg, bei dem sich die Muskulatur wieder einigermaßen erholen kann. Dann geht’s noch einmal 600 Meter rauf, bevor man über einen 1000 Meter Abstieg dann zum 5. Verpflegungspunkt bei Kilometer 56,9 kommt. Es ist 16:00 am Nachmittag. Hier gibt es zum ersten Mal auch eine warme Suppe. Herrlich! Ich nehme gleich 2 Tassen, zusammen mit den anderen Sachen, die so angeboten werden: Gels, Bananen, Orangen, Müsli-Riegel, Kuchen, Brot und Wurst. Energetisch ist man schon ziemlich am Ende, darum sollte man hier auch ordentlich „nachtanken“. Das habe ich somit auch gemacht, allerdings ist mir beim Weiterlaufen jetzt etwas schlecht da ich zuviel in mich rein gestopft hab. Der Bauchgurt des Rucksacks drückt auch noch und macht die Situation nicht besser.
Laut Streckenbuch, das jeder Teilnehmer mitführen muss, sind die nächsten 20-25 Kilometer nicht sehr schwer, da kann man wieder mehr laufen und so einiges an Zeit wieder gut machen. Zeit, die man bei den Anstiegen immer wieder verliert. Bis jetzt kann ich meine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp über 7 km / Stunde halten. Allerdings macht sich nun immer stärker die Erschöpfung bemerkbar. Mit den Schmerzen im Fuß geht es mir inzwischen wieder einigermaßen gut, nach einem Sturz waren sie kurzzeitig sogar komplett weg, da sich andere Körperteile meldeten.
Allerdings wartet bei Kilometer 80 der längste Anstieg am Stück mit rund 1200 Höhenmeter – nahezu zweimal Brandenkopf ! Ich habe einen Mordsrespekt davor. Und dann noch 1300 Höhenmeter runter ins Ziel. Mit total ausgebrannten und schmerzenden Oberschenkel auch kein ermutigender Gedanke!
Jetzt wird jede leichte Steigung bereits zum Kraftakt.
Und dann kommt er – der letzte Anstieg. Irgendwie ist man erleichtert, dass es jetzt endlich „los“ geht. Ich versuche, einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden. Ja nicht zu schnell, nur das letzte Pulver nicht vorzeitig verschießen.
Wider Erwarten geht es überraschend gut. Ca. um 21:45 bin ich endlich oben. Oben: starker Wind, Nieselregen und einbrechende Dunkelheit. Gefühlte Temperatur nun weit im minus Bereich.
Jetzt wird es auch Zeit für die Stirnlampe. Das letzte Stück ist dann noch einmal ein ziemlich steiler und matschiger Weg. Ein paar mal kann ich einen Sturz nur mit knapper Mühe vermeiden. Jetzt am Ende nur ja keine Verletzung mehr!
Endlich bin ich unten. Jetzt geht’s nur noch 2 Kilometer auf Asphalt zurück in den Start- / Zielbereich. Das Adrenalin ist hoch und ich kann hier auch wieder „ganz normal“ laufen. Allerdings nur genau bis zur Ziellinie!
Hier erwartet mich bereits meine Frau und meine Kinder.
Jetzt kann ich mich nach 16 Stunden und 01 Minuten auch das erste Mal wieder hin setzen. Das tut gut. Allerdings nur bis zu dem Moment, wo man wieder aufstehen möchte...
Das ist auch der Augenblick, an dem man sich nicht wirklich vorstellen kann so etwas jemals wieder zu machen.
Aber mal sehen wie man morgen denkt …
Gruß Bernd
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10. Santa-Claus-Marathon in Rovaniemi (FIN) am 18.06.2011

Impressionen von Bernd Ehrhardt:


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Haspa Marathon Hamburg - 22.05.2011

Impressionen von Uli:

Mit großen Erwartungen hingefahren, zu dem Marathon bei dem ich vor zehn Jahren zum ersten Mal unter 2:40 Stunden geblieben bin, damals mit Tränen in den Augen und in der Erinnerung als der Marathon mit dem besten Publikum. Ich wollte ihn einerseits genießen und andererseits versuchen, ob ich meine Bestzeit nochmals steigern könnte... insofern eigentlich zwei widersprüchliche Zielsetzungen. Die ganze Zeit gebangt, ob es mit der Temperatur hinhauen könnte... und am Sonntag eines besseren belehrt, bereits vor dem Start war es angenehm warm, was für eine dauernde sportliche Betätigung eindeutig zu warm bedeutet. Dennoch voll auf das zweite Ziel konzentriert, Bestzeit, 3:30 min/km anlaufen.... Dies klappte auch ganz gut, bei Km 4 waren wir bereits eine Gruppe, die konstant dieses Tempo durch St. Pauli lief, durch beinahe überall stehende und anfeuernde Zuschauer... bei Km 7 lief die Damenspitzengruppe auf uns auf, wir ca. zehn Deutsche hinten dran, bei Km 8 war es den Damen mit ihren Pacemakern zu stressig und sie forcierten das Tempo, so dass sie uns davonliefen. Mitgehen wäre viel zu riskant gewesen, vor allem bei den Temperaturen. Dies bedeutete dafür, dass ich mit zwei anderen unsere Gruppe bei Km 10 am Fischmarkt anführte – Stimmung pur, Durchgangszeit 34:30 min.... alles perfekt. Auch die nächsten Kilometer immer ca. 3:28 min/km bis 3:32 min/km gelaufen... dann bei Km14 forcierte ein Teil und löste sich, wir dann noch in einer 3er Gruppe hinten dran mit Abstand. Bis Km 16 an der Binnenalster immer noch mit 3:30er Schnitt durch tobende Zuschauer.... es wurde immer wärmer, aber durch die Stimmung, das konzentrierte Laufen bemerkte man das gar nicht, es war zu diesem Zeitpunkt ein perfektes, zielorientierte Rennen. Dann bei Km 16, 17 langsam Magenprobleme bekommen, auf Bananen verzichtet, mich nur von meiner Freundin mit Cola versorgen lassen, Km 20 mit 70 min durch, genau im Plan, aber die Magenprobleme wurden stärker. Da war klar bei den Bedingungen mit den Problemen, die 2:27 ist weg, wohl auch die 2:30. Beim Halbmarathon musste ich meine Mitstreiter ziehen lassen, der Schnitt fiel unmerklich auf 3:35, 3:40, einmal auch auf 3:45, wurde von mehreren Leuten überholt. Lief drei bis vier Kilometer praktisch alleine, nur gegen mich. Bei Km 25 schon nur noch gedacht Hauptsache ins Ziel kommen, jetzt ein 4:00er Schnitt, dann wird’s wenigstens ne 2:40... wurde müder, aber essen konnte ich wg dem Magen nicht.... erste Gedanken, warum tut man sich das jedes Mal wieder an? Das Rennen hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Reiz verloren. Dann bei Km 26 wieder Cola von Nicola bekommen, mich nochmals an eine Gruppe gehängt, komm nur noch 16 Kilometer, normaler Trainingsumfang das geht immer.... gekämpft, kurz darauf nochmal Cola von Nicola, endlich ein Stück im Schatten, immer wieder die anfeuernden Zuschauer. Bemerkt, dass die anderen auch nicht wirklich weg kommen.... dann Km 29 wieder extrem viele Zuschauer: Stimmung, Anfeuerung, Ulrich-Rufe (die Vornamen waren auf den Startnummern), Getröte, Applaus, Kinder die die Hände hinstrecken, Lautsprecherdurchsagen, Trommeln – einfach Klasse... und der Magen durch Cola stabilisiert und gesehen wieder ein 3:35er Schnitt. Geht doch. An die Spitze meiner Gruppe gesetzt, den Rhythmus der Zuschauer aufgenommen, wieder richtig „gelaufen“, wunderschön, egal was passiert, jeder Kilometer der wieder besser geht genießen... die Gruppe mit einem Mitstreiter aus Cottbus zerrissen, Tempo hochgehalten, wieder konstant 3:30er Schnitt. Einfach gelaufen, den Schritt gezogen, genossen. Die 2:27 h waren zwar weg, aber jetzt war es wieder ein perfektes Rennen, nicht zielorientiert sondern emotional... kein rationales Laufen wie auf den ersten 18 Kilometern, sondern eines nach Gefühl. Es war warm, zu warm, heiß, egal, einfach Spass haben... überall Zuschauer und verdammt oft in Kurven richtige Massen mit Applaus, Musik, das beflügelt. Ab Km 34 nur noch zu dritt und nun sehr viele Kontrahenten aufgelaufen, auch diejenigen die sich nach Km 14, Km 20 nach vorne verabschiedeten kamen nun zurück.... und bei Km 36 auch die dritte Frau, bei Km 39 gar die zweite Frau überholt.... es lief und plötzlich wieder das Ziel unter 2 h 30 anvisiert.... am Schluss die letzten zwei Kilometer alleine, nochmal Cola von Nicola und dann die Zielgerade genossen.... vor mir gerade noch den Führungswagen für die erste Frau gesehen.... es haben offenbar alle dem Wetter Tribut gezollt. Die letzten Meter, 2 h 29 nach genau 42 km, also unter 2 h 30. Jubel, Zuschauer, Stimmung genießen, aufsaugen.... Ansage: Ulrich Benz, LG Brandenkopf aus dem Schwarzwald. Im Ziel den Trainer der LG Badenova getroffen, den ich im Trainingslager mit Marco und Verena kennengelernt habe. Glückwünsche, Gratulation an die anderen Mitstreiter mit denen man ein tolles Rennen geteilt hat: ein dreigeteiltes Rennen: Teil 1 konzentriert, fokussiert. Teil 2 Durchhänger, Zweifel, Probleme, einziger Kampf mit sich. Teil 3 wieder gefangen, genossen, gelaufen, gefeiert, glücklich..... einer meiner intensivsten Marathons.Bei den Bedingungen, laut Veranstalter 25 bis 27 Grad hochzufrieden. Und als Tipp:

Wer Berlin gut findet, wird Hamburg lieben.

Gruß Uli

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Grand Défi des Vosges - 55 km 1800 Höhenmeter - 17.04.2011

Impressionen von Hans:

Was für ein Tag: 5 Uhr aufstehen, 6 Uhr Abfahrt, 7:30 Uhr Ankunft (ca. 140 km), Startnummer abholen, Entscheidungen treffen, was ziehe ich an, was nehme ich im Laufrucksack mit, dann schnell zum Startplatz, 2 min später der Start. Diesmal lasse ich es ruhiger angehen (beim Petit Ballon Lauf war ich zu schnell angegangen), mein Mantra „Gleichmäßig laufen“. Nach 1 km sehe ich ein bekanntes Gesicht vom Immenstädter Gebirgsmarathon 2009, Monika Zuther aus Buggingen. Zeit für einen Erfahrungsaustausch, sie ist um 3:30 Uhr aufgestanden, läßt es noch langsamer angehen. Es geht leicht bergauf, ich muß weiter. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, nicht so anspruchsvoll wie der Trail du Petit Ballon. Es gibt zwar auch steile Bergauf- und Bergabpassagen, aber auch lange Forstwege mit leichter Steigung. Ich bin noch etwas skeptisch, halte ich durch? Nach 10 km bin ich im Lauf. Nach 20 km bin ich noch locker. Nach 30 km läuft es immer noch gut. Nach 40 km auch noch. Auch nach 50 km. Auf den letzten Kilometern ist sogar noch ein kleiner Wettkampf mit einem anderen Läufer (V2M, Jg. 1961, ist 19 sec vor mir im Ziel) drin. Im Ziel geht es mir immer noch gut. Wow, alles richtig gemacht, gut trainiert, viel getrunken, bei Km 20 und 40 einen selbstgemachten Powerriegel (nach dem Rezept in der aktuellen RUNNER’s WORLD, Seite 80, mit Erdnussbutter für die Langstrecke) gegessen. Ich freue mich über den 2. Platz in der Altersklasse (Siegerehrung gibt es aber nur für den 1. jeder Altersklasse), aber noch mehr über den Gesamtplatz 54 von 209 Finishern.
Gruß Hans

Einen schönen ausführlichen Bildbericht gibt es hier:
http://laufspass.com/laufberichte/2011/defi-des-vosges-2011.htm

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DM Halbmarathon Griesheim - 17.04.2011

Impressionen von Uli:

Ich bin bei guten Bedingungen eigentlich ganz gut ins Rennen gekommen und eher zufällig ab Km 2 mit Sabrina Mockenhaupt gelaufen. Teils mich von ihrer Gruppe ziehen lassen, aber teils auch selbst geführt. Spätestens ab Km 6,7 habe eigentlich eher ich Mocki geführt als ihre Gruppe mich. Bei km 12 fiel sie dann nach hinten weg, sie startete nach ihrer Aufgabe beim Berliner HM auch spontan. Bis Km 17 habe ich mit Jan Müller (ehemals Dritter des FR Marathon 2008 aus München) gut harmoniert und abgewechselt. Es lief gut, bei Km 10 (33:00) auch bei Km 17 noch einen 3:18er-Schnitt gelaufen. Bei Km 17 auf 18 musste ich ihn allerdings ziehen lassen und war die letzten leicht ansteigenden Km im Gegenwind alleine. Bei Km 20 habe ich gewusst, dass es auch diesmal keine Zeit unter 70 Min. werden wird (66:50). Habe dann bei Km 21 (70:04) dann das Tempo rausgenommen, was weder auf die Bestzeit noch auf die Platzierung Auswirkungen hatte. Es war letztlich knapper als es von der Zeit aussah. Es war von der Renneinteilung, vom Ergebnis und auch "vom mitlaufen im Kopf" eines meiner besten Halbmarathonrennen, was mich vor allem nach dem "misslungenen" Lauf in FR beruhigt. War ein schöner Wettkampf….
Gruß Uli



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Impressionen von Eugen:

Stehe mit etwas gemischten Gefühlen am Start. Die 10 Km vor 5 Wochen in Schriesheim und vor 2 Wochen in Bad Liebenzell liefen aufgrund der besonderen Wetterbedingungen nicht so wie gewünscht. Wie es mir heute wohl ergehen wird? Aus dem Unterbewusstsein „meldet“ sich die Christel: Konzentriere Dich nicht darauf was war oder was kommen könnte sondern auf das Jetzt! Die Charakteristik der Strecke ist einfach beschrieben: es geht 2,5 Km schnurgerade die leicht abschüssige Straße runter und auf der Gegenseite wieder hoch. Dort aber mit Gegenwind. Einige Läufer stehen ein paar Meter zu nahe am Ziel, weshalb sich der Start um fast 5 Minuten verzögert. Die Temperatur ist angenehm. Später kam die Sonne raus und es wurde etwas wärmer. Beim Einlaufen hatte ich mit Uli "vereinbart", dass wir beide Bestzeit laufen. Wie sich später noch zeigt hätte ich dies besser nicht gemacht. Endlich geht es los. Die ersten 3 Minuten sind äußerst ruppig. Viele langsamere Läufer standen zu weit vorne und andauernd wurde von allen Seiten gerempelt. Nur mit viel Glück konnte ich einen Sturz vermeiden. Nach etwa einem Km konnte ich dann frei laufen. Leider fand sich für mein Renntempo von 4:12 (5 Km in 21 Minuten) keine Gruppe, so dass ich mehr als dreiviertel der Strecke "alleine" unterwegs war.
Auf der anderen Straßenseite kommt mir Uli mit Mocki zusammen entgegen. Ab der 2. Runde war Mocki schon hinter Uli! Um Km 14 kündigt dann eine laute Trillerpfeife den nahenden D-Zug Express mit Andrè, Musa und Hagen an. Mir geht es immer noch gut und der 4:12er Schnitt steht noch. Km 15 wurde bei 1:03h passiert. Zum letzten Mal geht es am Start vorbei mit ein paar Läufern im Schlepptau runter Richtung letzter Wende. Während ich erst bei Km 16 bin ist Uli schon im Ziel und hat seine Bestzeit nur um 23 Sekunden verpasst! Es geht auf die letzte Gegenwindstrecke. Der Wind hat zugenommen und schon wenige hundert Meter nach der letzten Wende ist nur noch eine junge Frau in meinem Schlepptau und ich habe keine Chance mit ihr abwechselnd im Wind zu laufen.
Etwas verzweifelt versuche ich eine 60 Meter Lücke zu Walter Koch und Branka Hajek zu schließen, schaffe es aber nicht. Ausgerechnet zwischen Km 17.5 und Km 20 verstärkte sich der Wind noch einmal. Mein Schatten versuchte an mir vorbeizugehen, scheiterte aber am Wind. Bei Km 19 war dann klar, dass aus einem perfekten Tag nur noch ein sehr guter Tag wird. 40 Sekunden habe ich zwischen Km 17.5 und 20 liegen lassen. Wäre das nicht passiert, wenn der Start pünktlich erfolgt wäre? Auf den letzten 1100m habe ich dann nichts mehr alles gegeben sondern nur noch darauf geachtet, dass mich meine Platzierung halte und meine Verfolgerin mich nicht überholt. Am Ende standen 1:29:34 h zu Buche, was immerhin 2:21 Minuten schneller als letztes Jahr in Bad Liebenzell war und nur 25 Sekunden an der Bestzeit vorbei. Die vielen Trainingskilometer haben sich mal wieder gelohnt. Aus meiner Sicht war dies mein bestes Rennen überhaupt. Ich habe mich von nichts beeindrucken lassen, weder von den Temperaturen, dem Wind, von den massenhaft umherschwirrenden Pollen, die mir Probleme beim Atmen bereiteten noch von der etwas unrhythmischen Strecke.
Gruß Eugen
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Trail des Roches - 48 km 2300 Höhenmeter - 17.04.2011

Impressionen von Bernd:

Sehr anspruchsvolle Strecke mit vielen, sehr steilen Bergauf- und Bergabpassagen. Teilweise mit Kletterpassagen über Felsen die mit Seilen gesichert wurden. Start war um 7:30 Uhr bei kühlen 0°. Unheimlich starkes Starterfeld, wie anscheinend in Frankreich üblich. Habe mich besonders darüber gefreut dass ich bester "Ausländer" werden konnte.
Gruß Bernd
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Connemarathon - 10.04.2011

Impressionen von Helmut:

Der berühmteste irische Landschaftslauf, Connemarathon, fand dieses Jahr zum 10. Mal statt und wurde entsprechend gefeiert. Drei verschiedene Strecken stehen zur Auswahl: Die volle Runde von Maam Cross als Ultra über 63 km, der "full marathon" über die klassische Distanz, der am Lake Inagh inmitten der Natur startet, sowie der Halbmarathon, der bei Lenane beginnt. Startzeiten 09:00, 10:30, und 12:00.
Mal abgesehen davon, dass ein Landschaftslauf ein völlig anderes Erlebnis als ein Stadtlauf darstellt, ist ein Lauf eingebettet in einen irischen Urlaub mit bed&breakfast etwas Besonderes. Der Connemarathon aber unterscheidet sich noch von anderen Landschaftsläufen. Denn zum Start kann man nicht mit dem eigenen Auto anreisen, von Clifden oder Galway wird man mit Bussen zum Start transportiert. Bei der Freundlichkeit der Iren kommt allein schon im Bus mit all den anderen Läufern eine ganz besondere Stimmung auf.
Leider war dieses Jahr das Wetter ein wenig "irisch", sprich wechselhaft mit den herrlichen Connemara-Bergen im Nebel. Aber nichstdestotrotz ließ sich auf den 42,195 km, die ich dieses Jahr lief, die einzigartige Landschaft genießen. Connemara selbst ist mit einer der wundervollsten Landschaften, die Irland zu bieten hat. Eine herrliche Kombination aus Seen, Weite, Einsamkeit, Bergen und Irlands einzigem Fjord, dem Killary Harbour. Die Strecke selbst ist nichts für Läufer, die ebene Strecken mögen. Es ist ein welliges Terrain, das auf den letzten 21 km dann noch zwei kleinere Pässe bietet, davon auf den letzten 5 Kilometern die berühmte "Hell of Connemara" oder auch "The Wall", an der vor 4 Jahren ein junger Läufer verstarb. Wer die Strecke schafft, darf ein Funktionsshirt mit der Aufschrift "I hit the wall in Connemara" in Empfang nehmen.
Die Verpflegung mit Wasser auf der Strecke ist optimal. Jeder erhält immer eine Halbliterflasche mit Trinkventil, so lassen sich bequem die Wasserverluste ausgleichen. Viel besser wie die halbgefüllten Trinkbecher, die man sich auch noch zur Hälfte ins Gesicht kippt.
Nach speziellem Training für genau diesen Marathon lief es optimal. Man ist ja immer bestrebt, DEN perfekten Marathon hinzubekommen. Beim 15. Marathon meiner Läuferkarriere seit 2006 hatte ich nun das Gefühl, dass es nicht mehr besser laufen kann. Volle Kraft auf der zweiten Hälfte und doch am Ende nicht völlig kaputt. Die ganze Strecke Laufgenuss pur. Am Anfang noch die Positionskämpfe, dann nach dem Abstieg zum Killary Harbour lange Zeit einsam im Wind, in Lenane zur Halbzeit das Publikum im Ort, auch wenn's vielleicht nur 50 waren, ganz für mich allein, ein bewegender, unvergesslicher Moment, und dann 20 km der Kampf durch den endlosen Lindwurm der Halbmarathonis bei immer stärker auffrischendem Gegenwind.
3:18:18, auf meinem Garmin auf die Sekunde genau die geplante Durchschnittszeit pro Kilometer, 44. Platz von 519 Startern, in der Altersklasse der 50-60-Jährigen der 3. Rang, was will man mehr?
Krönender Abschluss die 10-Jahres-Party am Abend in Galway mit Menu, Musik und Tanz mit vielen anderen Läufern aus aller Welt.
Wer einfach mal einen besonderen Lauf in anderer Atmosphäre verbunden mit einem kleinen erholsamen Irland-Urlaub Anfang April erleben möchte, dem kann ich nur wärmstens den Connemarathon empfehlen. Egal, für welche Strecke man sich entscheidet, man wird nicht enttäuscht werden.
Viele Grüße, Helmut











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28. Rheinfelder Halbmarathon - 20.03.2011

Impressionen von Miriam:

Ein schöner sonniger Morgen an der schweizer Grenze in Rheinfelden ruft ca. 150 Läufer pünktlich um 11.00 Uhr auf die Strecke. Allein das Einlaufen vor dem Start ließ mich das Frühlingserwachen genießen.
Los ging es mit einer Runde im Stadion, wo ich erfreut feststellte, dass mein großer Bruder bereits dort begann Abstand zwischen sich und seine Verfolger zu bringen. Meine Absicht war, mich an eine Dame zu hängen und zu schauen, dass ich mithalten konnte.
Nur sah ich bereits nach 100 Metern, dass ich das Feld der Frauen anführte! Mit diesem (fast beängstigenden) Wissen ging ich auf die erste kleine Runde (insgesamt 2 kleine à ca. 4km und 2 große Runden à ca. 6km). Die 100% asphaltierte Strecke lud zum schnellen Laufen ein, die langgezogenen Geraden jedoch ließ ich in monotonem Schritt hinter mir.
Nach der ersten kleinen Runde lag ich immer noch vorne und wartete darauf von irgendeiner Dame überholt zu werden, aber dem war nicht so. Also ging es mit einem flauen Gefühl im Magen auf in die nächste Runde.
Trinken nicht vergessen und weiter. Die zweite Runde hielt ich mein Tempo und auf der 3. Runde sah ich bei Kilometer 10, dass ich meine bisher drittschnellste Zeit über 10 km gelaufen war und ich hatte noch nicht einmal die Hälfte hinter mir. Die Kraft blieb mir widererwarten treu und als ich an einem Wendepunkt sah, dass meine Verfolgerin ebenso angestrengt Schritt um Schritt tat, war ich vorübergehend beruhigt. Es ging wieder auf eine oben genannte lange Gerade, die zur höchsten Erhebung (Brücke über die Autobahn) führte, nur um am Ende der Brücke in eine noch längere Gerade zu führen. Dies war nun der Abschnitt mit dem meisten Gegenwind, den ich jedoch gleich ausblendete, um „entspannt“ vorwärts zu kommen. Schließlich sind die Trainingseinheiten an der Kinzig meist von noch mehr Wind geprägt. Die Anfeuerungsrufe unserer beiden Fans (Danke Lisa & Elias!), den Streckenposten und den gut vertretenen Zuschauern, lenkten zudem vom Gedanken an den Wind ab.
Auf der letzten großen Runde nahm ich nochmal alle Reserven zusammen und hoffte, dass es bis ins Ziel reicht. Meine Verfolgerin hatte ein kleines Stück gutmachen können und ich war nun gezwungen gegen den Wind Tempo zu machen. Den Anstieg der Brücke, der mir im letzten Jahr alle Kraft raubte, bewältigte ich ohne Mühe mit dem Gedanken an meine bisher zurückgelegten Bergläufe.
Jetzt galt es die letzten Kilometer durchzuhalten.
Als ich ins Stadion einbog, um die letzte Runde dort zu beschreiten, nahm ich alles was ich noch hatte aus mir heraus und siegte ziemlich erschöpft, 14 sec vor meiner Verfolgerin. Im Zielbereich kam mein Bruder strahlend auf mich zu und da wusste ich, dass wir heute das erste Mal zusammen ganz oben auf dem Treppchen stehen würden.
Ein wirklich toller Lauf, geprägt von Sonne, Wind und guter Laune!
Gruß Miriam
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Trail du Petit Ballon d'Alsace - 46,8 km 2142 Höhenmeter - 20.03.2011

Impressionen von Hans:

Mein erster Trail. Das Wetter war super, strahlender Sonnenschein, in Rouffach ein frischer und kalter Wind. Anfangs geht es bald durch die Weinberge, noch recht moderat, dann viel durch Wald, auf Forstwegen und mehr und mehr Singletrails, mit vielen Steinen und Wurzeln und Matsch und giftigen Anstiegen, wer da noch laufen kann muss ein Übermensch sein. Auf dem Petit Ballon etwas Schnee, ein kurzer Blick in die Runde, dann wieder auf den Boden. Es geht steil eine Wiese runter, steile Bergpfade runter, nach einem kurzen Flachstück wieder steile Bergpfade runter, zwischendurch mal wieder bergauf, auch steil und steinig, es ist dauernd höchste Konzentration gefordert. Nach 33 km, wieder in Osenbach (da war ich schon platt, hatte nur ein paar 2 - 2 1/2 Std. Läufe in der Vorbereitung) ging es wieder steil bergauf und bergab und bergauf und bergab und... Das Warten auf einen schönen viele Kilometer langen breiten Weg bergab hörte nicht auf, ich lief nur noch mechanisch, in meinem Hirn war es dunkel. Dann der letzte Kilometer, eine steile Betonpiste im Weinberg, meine Füße brannten, hatte nach 500 m unter beiden Fersen eine Blase.
Insgesamt ein sehr anspruchsvoller Lauf, sehr unruhig, jede Unachtsamkeit wird bestraft (mehrere Stolperer, 1x hingelegt, nix passiert). Nächstes Jahr bin ich wieder dabei! und werde unter 5 Std. laufen.
Gruß Hans

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Impressionen von Bernd:

War ein super Lauf in diesem Jahr!
Kühles tolles Laufwetter, beste Bedingungen für eine solche Strecke, ganz oben auf dem Petit Ballon lag ein wenig Neuschnee und die Wege waren z.T. noch gefroren.
Bei mir ists super gelaufen und ich konnte mich durch die bessere Kenntnis der Strecke, die guten Streckenbedingungen und die solide Vorbereitung im Winter von 5:12 Std. auf 4:38 Std. um über eine halbe Stunde verbessern.
Insgesamt ist die Strecke mit über 2.000 HM natürlich nicht einfach, macht aber durch die abwechslungsreiche Wegführung viel Spaß, -> hoher Anteil an Singletrails!
Hans hab ich leider nicht getroffen, das war aber auch relativ schwierig bei den vielen Leuten die insgesamt am Start waren.
Gruß Bernd
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